Unsere Leistungen
Archäologische Auflagen stellen Bauvorhaben oft vor unerwartete zeitliche und planerische Herausforderungen.
Als erfahrener Partner verbindet ADW wissenschaftliche Präzision mit wirtschaftlichem Projektmanagement – vom privaten Bauplatz bis zum länderübergreifenden Trassen-Großprojekt.
Unser Leistungsspektrum reicht von frühzeitigen Desktopstudien und zerstörungsfreien Voruntersuchungen über qualifizierte Oberbodenabträge bis hin zu planbaren Grabungen und konservatorischen Überdeckungen. Ergänzt durch eigene Feldanthropologie, Spezialanalysen und moderne Vermittlungsformate wie 3D-Modelle sichern wir einen sensiblen, professionellen Umgang mit unserem kulturellen Erbe. Dabei arbeiten wir auf Augenhöhe mit Behörden, Planern und Gewerken, um bauliche Verzögerungen und Kostenrisiken vorausschauend zu minimieren.
So schaffen wir verlässliche Entscheidungsgrundlagen, damit Ihr Projekt planmäßig voranschreitet.
Die frühzeitige Bewertung archäologischer Risiken ist ein wichtiger Bestandteil der Bauplanung. Mit archäologischen Desktopstudien und Fachbeiträgen schaffen wir eine fundierte Grundlage, um mögliche Bodendenkmäler zu erkennen, den Untersuchungsbedarf einzuschätzen und archäologische Belange bereits in frühen Planungsphasen zu berücksichtigen. Das hilft, Risiken und potenzielle Kosten frühzeitig zu erkennen, geeignete Maßnahmen zu planen und Bauabläufe vorausschauend zu gestalten.
Unterschiedliche Quellen zu einem Gesamtbild verbinden
Für unsere Bewertungen führen wir historische, archäologische und geowissenschaftliche Informationen aus unterschiedlichsten Quellen zusammen. Dazu gehören unter anderem Archivmaterial, historische Karten, Ergebnisse früherer Bodeneingriffe, geologische Ausgangslage, vergangene Lesefunde sowie Luftbilder und Satellitenaufnahmen. Ergänzend untersuchen wir Geländeformen und Bodenstrukturen, um Hinweise auf bislang unbekannte archäologische Strukturen zu gewinnen.
Besonders wertvolle Erkenntnisse liefern digitale Geländemodelle und LiDAR-Daten. Sie ermöglichen es, selbst unter dichtem Waldbewuchs Geländeformen sichtbar zu machen, die im Gelände kaum zu erkennen sind – beispielsweise mögliche Reste von Grabhügeln oder Wallanlagen. Durch die Kombination verschiedener Datensätze, die Analyse unterschiedlicher Beleuchtungswinkel in dreidimensionalen Geländemodellen und die gezielte Überlagerung verschiedener Informationsebenen können wir Strukturen erkennen, vergleichen und archäologisch einordnen.
Entscheidend ist dabei nicht die einzelne Informationsquelle, sondern das Zusammenspiel der verfügbaren Daten. Erst durch ihre gemeinsame Auswertung lassen sich archäologische Verdachtsflächen differenziert beurteilen und mögliche Zusammenhänge nachvollziehbar darstellen.
Von der Analyse zu konkreten Handlungsempfehlungen
Unsere Desktopstudien beschränken sich nicht auf die Erfassung möglicher Fundstellen. Wir bewerten die vorhandenen Informationen im Hinblick auf ihre archäologische Aussagekraft und die Anforderungen des geplanten Bauvorhabens. Dabei zeigen wir auf, wo archäologische Risiken bestehen, welche Unsicherheiten verbleiben und an welchen Stellen sich weiterführende Untersuchungen lohnen können.
Je nach Ausgangslage empfehlen wir beispielsweise archäologische Oberflächenbegehungen, Sondagen oder andere geeignete Untersuchungsmethoden. Darüber hinaus geben wir Einschätzungen zum voraussichtlichen Umfang archäologischer Maßnahmen und zum möglichen Aufwand späterer Ausgrabungen ab. So lassen sich archäologische Arbeiten frühzeitig in die Projektplanung integrieren und zeitliche sowie wirtschaftliche Auswirkungen besser berücksichtigen.
Die Ergebnisse können auch in die weitere Bauleit- und Trassenplanung einfließen. Wo es sinnvoll und planerisch möglich ist, können archäologisch besonders sensible Bereiche bei der Planung berücksichtigt oder alternative Lösungen geprüft werden. Dadurch lassen sich Konflikte möglicherweise vermeiden, bevor sie im Zuge der Bauausführung zu Verzögerungen oder zusätzlichen Kosten führen.
Fachliche Bewertung in enger Abstimmung
Eine belastbare archäologische Bewertung entsteht am besten im Austausch aller Beteiligten. Deshalb arbeiten wir eng mit unseren Auftraggebern, den zuständigen Denkmalfachbehörden und weiteren Projektbeteiligten zusammen. Auch Informationen anderer Gewerke und Fachdisziplinen beziehen wir in unsere Betrachtung ein, um archäologische Fragestellungen im Zusammenhang mit den tatsächlichen Projektbedingungen zu bewerten.
ADW erstellt archäologische Desktopstudien und Fachbeiträge sowohl für großräumige Infrastrukturprojekte als auch für lokale Bauvorhaben. Wir verbinden wissenschaftliche Recherche, moderne digitale Analysemethoden und praktische Erfahrung aus der archäologischen Feldarbeit.
Unser Ziel ist es, aus vorhandenen Informationen konkrete Entscheidungsgrundlagen zu schaffen – damit archäologische Risiken frühzeitig erkannt, Maßnahmen gezielt geplant und Bauvorhaben verlässlich vorbereitet werden können.
Ein professionelles archäologisches Projektmanagement ist für die erfolgreiche Umsetzung großer Infrastrukturprojekte unverzichtbar. Es umfasst weit mehr als die Koordination von Personal, Ausrüstung, Unterkünften und Fahrzeugen. Entscheidend ist auch die enge Abstimmung mit allen am Bau beteiligten Gewerken und Fachdisziplinen – beispielsweise dem Tiefbau, der Kampfmittelräumung oder der Umweltbaubegleitung. Denn je besser die einzelnen Beteiligten zusammenarbeiten, desto effizienter lassen sich Abläufe gestalten, Verzögerungen vermeiden und somit Kosten reduzieren.
Unsere Projektleiter koordinieren die Erbringung archäologischer Dienstleistungen in den jeweiligen Trassenabschnitten und behalten dabei stets die Anforderungen und Abläufe des Gesamtprojekts im Blick. Auch bei länderübergreifenden Vorhaben mit unterschiedlichen denkmalrechtlichen Rahmenbedingungen und Dokumentationsrichtlinien sorgen wir für abgestimmte Prozesse, klare Kommunikationswege und eine verlässliche Umsetzung der vereinbarten Leistungen.
Dabei verbinden wir fachliche Erfahrung mit einer strukturierten, lösungsorientierten Arbeitsweise. Unser gut geschultes Team ist mit gängigen Projektmanagement-Tools und branchenspezifischer Software vertraut und arbeitet sich bei Bedarf schnell in die Datenbanken und digitalen Systeme unserer Auftraggeber ein, um einen reibungslosen Datenaustausch sicherzustellen.
Wir arbeiten präzise, zuverlässig und professionell – und legen ebenso großen Wert auf einen freundlichen und konstruktiven Umgang mit allen Projektbeteiligten. Unser Anspruch ist es, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, pragmatische Lösungen zu entwickeln und Entscheidungen zielgerichtet voranzubringen. So schaffen wir klare Abläufe und eine effiziente Zusammenarbeit, bei der der Fortschritt des Projekts im Mittelpunkt steht.
Die großen Trassenprojekte der Energiewende – darunter SuedLink, SuedOstLink, Rhein-Main-Link und die Fulda-Main-Leitung – stellen die Archäologie vor besondere Herausforderungen. Es gilt, die Infrastruktur der Zukunft zu ermöglichen und zugleich unser archäologisches Erbe zu schützen. Dafür braucht es nicht nur archäologische Fachkompetenz, sondern auch eine übergreifende Planung, effiziente Koordination und eine enge Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten.
Seit Oktober 2023 arbeiten wir im Rahmen der internationalen Kooperation infra europe jv daran, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Dabei verbinden wir die Erfahrungen aus großen Trassenprojekten in England mit der fachlichen Expertise und den Kenntnissen der deutschen Archäologie. So vereinen wir internationale Projekterfahrung mit regionalem Fachwissen und schaffen die Grundlage für eine effiziente Umsetzung komplexer archäologischer Vorhaben.
Die Zusammenarbeit in dieser Form ist bislang einzigartig. Die gemeinsam gewonnene Erfahrung und Expertise befähigen uns, archäologische Großprojekte auch über Ländergrenzen hinweg zu planen, zu koordinieren und umzusetzen. Damit schaffen wir Lösungen für eine der zentralen Aufgaben moderner Infrastrukturprojekte: die Vereinbarkeit von Baufortschritt und dem verantwortungsvollen Umgang mit unserem kulturellen Erbe.
Sammler, römische Hinterlassenschaften oder Teile einer mittelalterlichen Stadt – archäologische Ausgrabungen machen die Spuren vergangener Lebenswelten sichtbar. Sie dokumentieren unser kulturelles Erbe und schaffen die Grundlage dafür, archäologische Erkenntnisse langfristig zu bewahren.
ADW übernimmt archäologische Ausgrabungen unterschiedlicher Größenordnung: von einzelnen Grundstücken und kleineren Bauvorhaben bis hin zu umfangreichen Untersuchungen im Rahmen großer Infrastrukturprojekte. Dabei verbinden wir wissenschaftliche Sorgfalt mit einer effizienten Organisation und einem klaren Blick für die Anforderungen des jeweiligen Bauvorhabens.
Wenn Archäologie zum Bestandteil Ihres Bauvorhabens wird
Archäologische Befunde sind einzigartige Zeugnisse der Vergangenheit. Werden sie durch ein Bauvorhaben beeinträchtigt oder zerstört, müssen sie in der Regel zuvor fachgerecht untersucht und dokumentiert werden. Besonders bei menschlichen Überresten und Bestattungen ist dabei ein sensibler und ethisch verantwortungsvoller Umgang unerlässlich.
Ob eine Ausgrabung erforderlich ist oder archäologische Befunde beispielsweise durch eine konservatorische Überdeckung erhalten werden können, hängt von den jeweiligen Gegebenheiten und den Vorgaben der zuständigen Fachbehörden ab. Ist eine Ausgrabung notwendig, planen und realisieren wir die erforderlichen Maßnahmen in Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden und unter Berücksichtigung der geltenden denkmalrechtlichen und fachlichen Anforderungen.
Von der Planung bis zur Dokumentation
Eine professionelle Ausgrabung erfordert weit mehr als die Freilegung archäologischer Strukturen. Jeder Befund muss fachgerecht untersucht, räumlich erfasst und so dokumentiert werden, dass die gewonnenen Erkenntnisse auch nach Abschluss der Feldarbeiten wissenschaftlich ausgewertet werden können.
Zu unseren Aufgaben gehören unter anderem:
Planung und Vorbereitung: Abstimmung der Untersuchungsmethoden, Arbeitsabläufe und erforderlichen Ressourcen mit den Projektbeteiligten und Fachbehörden.
Archäologische Untersuchung: Fachgerechte Freilegung, Ansprache und Untersuchung archäologischer Befunde und Fundzusammenhänge.
Vermessung und räumliche Erfassung: Präzise Einmessung der Befunde und Erstellung der erforderlichen Pläne und Geodaten.
Wissenschaftliche Dokumentation: Fotografische, zeichnerische und schriftliche Dokumentation der Befunde in den verschiedenen Untersuchungsstadien, einschließlich der Darstellung im Planum und im Profil.
Fundbergung und Erstversorgung: Fachgerechte Bergung, Kennzeichnung und Erstversorgung archäologischer Funde unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Erhaltungsbedingungen.
Abschluss und Übergabe: Aufbereitung der Dokumentation, Erstellung der erforderlichen Grabungsberichte und Abstimmung der Ergebnisse sowie des weiteren Vorgehens mit den zuständigen Fachbehörden.
Die konkreten Anforderungen richten sich nach der jeweiligen Aufgabenstellung und den geltenden Vorgaben des Bundeslandes. Wir stellen sicher, dass fachliche Qualität und nachvollziehbare Dokumentation während des gesamten Arbeitsprozesses im Mittelpunkt stehen.
Kleine Grabung oder archäologisches Großprojekt – wir sind darauf vorbereitet
Nicht jede Ausgrabung stellt dieselben Anforderungen. Bei einem privaten Bauvorhaben stehen häufig eine überschaubare Untersuchungsfläche, eine individuelle Beratung und die möglichst verlässliche Abstimmung mit dem weiteren Bauablauf im Vordergrund. Hier unterstützen wir Bauherren dabei, die notwendigen Maßnahmen zu verstehen, die nächsten Schritte zu planen und die archäologischen Arbeiten effizient umzusetzen.
Bei großflächigen Untersuchungen und linearen Infrastrukturprojekten sind dagegen häufig umfangreiche Personalressourcen, eine komplexe Logistik und die Koordination zahlreicher parallel arbeitender Teams erforderlich. ADW verfügt über die Erfahrung und die organisatorischen Strukturen, um auch solche Aufgaben zu bewältigen. Wir können mehrere Grabungsteams parallel einsetzen, Arbeitsabläufe koordinieren und die archäologischen Leistungen in übergeordnete Bau- und Projektabläufe integrieren.
Gerade bei großen Vorhaben sind eine vorausschauende Planung, klare Zuständigkeiten, einheitliche Qualitätsstandards und eine verlässliche Kommunikation entscheidend. Unsere Erfahrung im archäologischen Projektmanagement hilft uns, diese Anforderungen mit der notwendigen fachlichen Sorgfalt und operativen Effizienz zu verbinden.
Fachliche Qualität und effiziente Abläufe
Unser erfahrenes und gut geschultes Team arbeitet nach hohen fachlichen Standards und den Vorgaben der zuständigen Fachbehörden. Moderne Vermessungstechnik, digitale Dokumentationsmethoden und strukturierte Arbeitsabläufe unterstützen uns dabei, archäologische Untersuchungen präzise und nachvollziehbar durchzuführen.
Unser Ziel ist es, archäologische Befunde fachgerecht zu untersuchen und zu dokumentieren und zugleich die Auswirkungen auf den weiteren Bauablauf so planbar wie möglich zu halten. Dafür stimmen wir uns eng mit Bauherren, Bauunternehmen, Fachplanern und Behörden ab und entwickeln Lösungen, die den denkmalpflegerischen Anforderungen ebenso gerecht werden wie den praktischen Erfordernissen des Projekts.
Ob einzelne Baufläche oder groß angelegte Ausgrabung mit zahlreichen Teams: ADW steht für professionelle archäologische Arbeit, verlässliche Organisation und einen verantwortungsvollen Umgang mit unserem kulturellen Erbe.
Beim archäologischen Oberbodenabtrag wird die oberste Bodenschicht im Rahmen eines Bauvorhabens unter archäologischer Fachaufsicht schrittweise abgetragen. Ziel ist es, mögliche archäologische Befunde frühzeitig zu erkennen und fachgerecht zu behandeln, bevor die nachfolgenden Bauarbeiten beginnen.
Archäologische Oberbodenabträge finden häufig baubegleitend und auf größeren Flächen statt, auf denen archäologische Überreste vermutet werden oder bereits bekannt sind. Ob tatsächlich Befunde auftreten, lässt sich im Vorfeld nicht immer sicher sagen. Im Unterschied zu einer Sondage, bei der gezielt kleinere Untersuchungsflächen angelegt werden, ermöglicht der Oberbodenabtrag die archäologische Untersuchung zusammenhängender Flächen im Zuge der Bauvorbereitung.
Ein Beispiel aus der Praxis
In einer Innenstadt soll eine Baufläche erschlossen werden, auf der sich früher Gebäude befanden. Ob und in welcher Tiefe noch archäologische Überreste vorhanden sind, ist zunächst unklar. Möglicherweise wurden ältere Befunde bereits durch die Fundamente und Keller der ehemaligen Bebauung zerstört – möglicherweise sind sie aber auch noch erhalten.
Während der Erdarbeiten begleitet ein Archäologe den schrittweisen Oberbodenabtrag und kontrolliert die freigelegten Flächen auf archäologische Spuren. So können vorhandene Befunde erkannt und die notwendigen weiteren Schritte frühzeitig abgestimmt werden.
Treten keine archäologischen Befunde auf, kann die Fläche nach Abschluss der erforderlichen Kontrollen und in Abstimmung mit den zuständigen Denkmalfachbehörden für die weiteren Bauarbeiten freigegeben werden. Werden hingegen archäologische Überreste festgestellt, wird das weitere Vorgehen gemeinsam mit den zuständigen Fachbehörden festgelegt. Je nach Situation kommen beispielsweise eine konservatorische Überdeckung zum Schutz der Befunde oder eine archäologische Ausgrabung infrage.
Wir begleiten Sie durch diesen Prozess und beraten Sie umfassend zu den möglichen Vorgehensweisen. Gemeinsam mit Ihnen und den zuständigen Behörden erarbeiten wir eine fachlich angemessene und wirtschaftlich sinnvolle Lösung, die sowohl den denkmalpflegerischen Anforderungen als auch den Abläufen Ihres Bauvorhabens gerecht wird.
ADW verfügt über ein erfahrenes, gut geschultes Team, das auf die Betreuung archäologischer Oberbodenabträge spezialisiert ist. Unsere Mitarbeiter bringen langjährige Praxiserfahrung, einen geschulten Blick für archäologische Befunde und ein Verständnis für die Anforderungen auf der Baustelle mit. Damit schaffen wir die Voraussetzungen für eine zuverlässige archäologische Begleitung und einen möglichst reibungslosen Bauablauf.
Nicht jedes Bodendenkmal muss ausgegraben werden. Abhängig von der Beschaffenheit der archäologischen Befunde, den geplanten Baumaßnahmen und den örtlichen Gegebenheiten kann es möglich sein, die Archäologie dauerhaft im Boden zu erhalten. Bei einer sogenannten konservatorischen Überdeckung werden die archäologischen Befunde geschützt und überdeckt, sodass sie an Ort und Stelle bewahrt bleiben.
Dieses Vorgehen bietet Vorteile für beide Seiten: Das archäologische Erbe bleibt für zukünftige Generationen erhalten und kann möglicherweise mit weiterentwickelten Untersuchungsmethoden erforscht werden. Gleichzeitig kann eine Ausgrabung vermieden werden, wodurch sich – je nach Bauvorhaben – Kosten und zeitliche Verzögerungen reduzieren lassen.
Eine konservatorische Überdeckung ist allerdings nicht automatisch die günstigere oder einfachere Lösung. Sie muss sorgfältig geplant, technisch umgesetzt und von den zuständigen Denkmalschutzbehörden genehmigt werden.
Wann kommt eine konservatorische Überdeckung infrage?
Voraussetzung ist, dass die archäologischen Befunde durch das geplante Bauvorhaben dauerhaft geschützt werden können. Dazu müssen sowohl die vorgesehenen Bodeneingriffe als auch die späteren Belastungen des Untergrunds berücksichtigt werden.
Bei einem Einfamilienhaus kann dies beispielsweise bedeuten, auf einen Keller zu verzichten, um Eingriffe in den archäologisch relevanten Boden zu vermeiden. In anderen Fällen kann gemeinsam mit dem Architekten eine angepasste Planung entwickelt werden, die den Erhalt der Befunde ermöglicht und zugleich wirtschaftlich sinnvoll ist.
Ob sich eine Umplanung gegenüber einer archäologischen Ausgrabung lohnt, muss im Einzelfall geprüft werden. Dabei sind nicht nur die unmittelbaren Kosten zu berücksichtigen, sondern auch die bautechnischen Anforderungen, mögliche Geländeänderungen und die langfristige Sicherung des Bodendenkmals.
Wurden archäologische Befunde bereits freigelegt, kann außerdem eine umfangreiche Dokumentation erforderlich sein, bevor sie wieder überdeckt werden dürfen. Dadurch kann ein Teil des Aufwands einer Ausgrabung bereits anfallen, ohne dass die Befunde vollständig untersucht werden. In solchen Situationen sollte sorgfältig abgewogen werden, ob eine Überdeckung tatsächlich die sinnvollste Lösung darstellt.
Wie funktioniert eine konservatorische Überdeckung?
Das konkrete Verfahren richtet sich nach den archäologischen und bautechnischen Gegebenheiten sowie den behördlichen Vorgaben. Grundsätzlich geht es darum, die Befunde vor direkten Eingriffen und schädlichen Belastungen zu schützen und sie eindeutig von den darüberliegenden Bau- und Tragschichten zu trennen.
Wenn technisch möglich, sollte die Überdeckung erfolgen, ohne die archäologischen Befunde zuvor freizulegen. Ist dies nicht umsetzbar, können eine archäologische Untersuchung und Dokumentation der freigelegten Flächen erforderlich werden.
Im Anschluss werden die Befunde in der Regel mit einem geeigneten Geotextil abgedeckt. Dieses dient als Trenn- und Schutzlage und kennzeichnet den Übergang zwischen dem erhaltenen archäologischen Bestand und den darüberliegenden Schichten. Darauf werden entsprechend dem abgestimmten Konzept geeignete Materialien wie Sand, Schotter oder Kies eingebaut. Der Einbau erfolgt dabei in der Regel von fein nach grob. Der Aufbau der konservatorischen Überdeckung muss dabei so ausgelegt sein, dass die archäologischen Befunde geschützt bleiben und die Anforderungen des geplanten Bauvorhabens erfüllt werden können.
Eine solche Überdeckung kann das Geländeniveau deutlich anheben. Die zusätzliche Aufbauhöhe muss deshalb bereits bei der Planung berücksichtigt werden, etwa im Hinblick auf Gebäudehöhen, Anschlüsse, Zufahrten und die Entwässerung.
Archäologie und Bauplanung gemeinsam betrachten
Ein wesentlicher Punkt ist die spätere Belastung des Bodens. Auch wenn ein Bodendenkmal nicht direkt überbaut oder durch Erdarbeiten angeschnitten wird, können das Gewicht eines Gebäudes und die daraus entstehenden Bodenverformungen archäologische Befunde beeinträchtigen oder sogar zerstören. Ob eine konservatorische Überdeckung geeignet ist, hängt daher auch von der Tragfähigkeit des Untergrunds, der Gründung und den Eigenschaften des Bodendenkmals ab.
Nicht jedes Bodendenkmal eignet sich für dieses Verfahren. Die grundsätzliche denkmalrechtliche Entscheidung treffen die zuständigen Behörden; die technische Umsetzbarkeit muss unter Einbeziehung der erforderlichen Fachplaner geprüft werden.
ADW begleitet Sie bei der Entscheidungsfindung
Wir unterstützen Sie dabei, die Möglichkeiten einer konservatorischen Überdeckung frühzeitig zu prüfen und gegenüber einer archäologischen Ausgrabung abzuwägen. Dabei verbinden wir unsere archäologische Fachkenntnis mit unserem Verständnis für Bauabläufe und technische Anforderungen.
In enger Abstimmung mit Ihnen, Ihren Planern und den zuständigen Behörden helfen wir, die verschiedenen Interessen zusammenzuführen und eine tragfähige Lösung für Ihr Bauvorhaben zu entwickeln. Unser Ziel ist es, das archäologische Erbe bestmöglich zu erhalten und gleichzeitig die baulichen, zeitlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Ihres Projekts zu berücksichtigen.
Surveys und Sondagen sind bewährte Methoden, um die archäologische Situation einer Fläche einzuschätzen und den Bedarf an weiteren Untersuchungen zu ermitteln. Sie kommen insbesondere dann zum Einsatz, wenn archäologische Befunde vermutet werden, deren tatsächliches Vorkommen und Umfang jedoch noch unklar sind.
Ein Beispiel:
Eine bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche soll als Neubaugebiet erschlossen werden. In unmittelbarer Umgebung befindet sich ein eingetragenes Bodendenkmal. Es besteht daher die Möglichkeit, dass auch auf dem betreffenden Grundstück archäologische Spuren vorhanden sind. Ob dies tatsächlich der Fall ist und in welchem Umfang mit archäologischen Befunden zu rechnen ist, muss zunächst untersucht werden.
Vom Survey zur Sondage
Im ersten Schritt kann ein Survey, also eine archäologische Oberflächenbegehung, durchgeführt werden. Dabei wird die Fläche systematisch nach oberirdisch sichtbaren Hinweisen auf archäologische Aktivitäten abgesucht. Insbesondere auf frisch gepflügten oder anderweitig offenen Böden können beispielsweise Keramikscherben, Ziegelreste oder andere archäologische Materialien Hinweise auf mögliche Fundstellen liefern.
Für eine genauere Einschätzung können anschließend archäologische Sondagen angelegt werden. Dabei handelt es sich um gezielte, meist kleinflächige Untersuchungen an ausgewählten Stellen, die möglichst aussagekräftige Ergebnisse erwarten lassen. Häufig werden mehrere Sondagen über eine Fläche verteilt, um ein möglichst repräsentatives Bild der archäologischen Situation zu erhalten.
Die Untersuchungsflächen werden schrittweise bis zum natürlichen, archäologisch nicht durch menschliche Aktivitäten veränderten Boden abgetieft. Dabei werden mögliche archäologische Befunde freigelegt, untersucht und dokumentiert. So lässt sich feststellen, ob und in welcher Form archäologische Spuren vorhanden sind.
Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Planung. Sie helfen den zuständigen Fachbehörden bei der Beurteilung, ob zusätzliche archäologische Maßnahmen erforderlich sind und welche Vorgehensweise für das jeweilige Bauvorhaben infrage kommt.
Mit unserem erfahrenen und gut geschulten Team unterstützen wir Sie bei der Planung und Durchführung archäologischer Surveys und Sondagen – fachgerecht, effizient und mit Blick auf die Anforderungen Ihres Bauvorhabens.
Archäologie lebt nicht nur von der Entdeckung und Dokumentation vergangener Lebenswelten, sondern auch davon, die gewonnenen Erkenntnisse mit anderen zu teilen. Wir bei ADW möchten archäologische Ergebnisse sichtbar machen, Wissen vermitteln und die Geschichte hinter den Funden für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich machen – von der wissenschaftlichen Fachwelt über interessierte Bürgerinnen und Bürger bis hin zu den Auftraggebern unserer Projekte oder dem Kindergarten nebenan.
Die wissenschaftliche Aufarbeitung und Veröffentlichung archäologischer Ergebnisse ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Wir verfassen Fachbeiträge und wissenschaftliche Artikel und präsentieren unsere Erkenntnisse auf Tagungen und Fachveranstaltungen. Gleichzeitig möchten wir Archäologie auch außerhalb der Fachwelt zugänglich machen. Deshalb halten wir gerne Vorträge für interessierte Laien – sowohl zu allgemeinen archäologischen Themen einer Region als auch zu konkreten Fundplätzen, Ausgrabungen und den Geschichten, die sich aus ihnen erschließen lassen.
Archäologie in die Öffentlichkeit bringen
Archäologische Ausgrabungen wecken häufig großes öffentliches Interesse. In Abstimmung mit unseren Auftraggebern und den zuständigen Behörden arbeiten wir deshalb gerne mit Pressestellen und Medien zusammen, um eine sachliche und fachlich fundierte Berichterstattung zu ermöglichen.
Dabei berücksichtigen wir auch die besonderen Anforderungen laufender Ausgrabungen. Informationen und Einblicke werden deshalb in der Regel erst nach Abschluss der Feldarbeiten veröffentlicht, wenn dies aus fachlichen und sicherheitsbezogenen Gründen sinnvoll ist. So lassen sich wissenschaftliche Erkenntnisse vermitteln, ohne laufende Untersuchungen unnötig zu beeinträchtigen oder sensible Fundstellen vorzeitig bekannt zu machen.
Grabungsergebnisse sichtbar und erlebbar machen
Die Ergebnisse einer Ausgrabung können weit über den eigentlichen Abschlussbericht hinaus genutzt werden. Wir unterstützen Bauherren und Projektbeteiligte dabei, die Geschichte ihrer Projekte anschaulich zu vermitteln – beispielsweise im Rahmen des eigenen Unternehmensauftritts, in Rathäusern, bei Veranstaltungen oder in Ausstellungen.
Dafür können wir unterschiedliche Formate einsetzen, darunter dreidimensionale digitale Modelle, Informationstafeln oder Flyer. Auch wenn Originalfunde in einer Ausstellung oder einer Vitrine präsentiert werden sollen, beraten wir unsere Auftraggeber und unterstützen sie bei der Abstimmung mit den zuständigen Behörden.
So können archäologische Erkenntnisse langfristig sichtbar bleiben und einen Mehrwert für Unternehmen, Kommunen und die Öffentlichkeit schaffen.
Neue Wege der Vermittlung: Virtual und Augmented Reality
Wir beschäftigen uns außerdem mit den Möglichkeiten, archäologische Ausgrabungen mithilfe von Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) auf neue Weise zugänglich zu machen.
Durch die digitale Erfassung eines Grabungsareals kann ein dreidimensionales Abbild der untersuchten Fläche entstehen. Solche digitalen Modelle eröffnen die Möglichkeit, eine Ausgrabung virtuell zu erkunden, räumliche Zusammenhänge nachzuvollziehen und einzelne Bereiche auch lange nach dem Ende der Feldarbeiten erneut zu betrachten. Mit einer VR-Brille lässt sich so ein Eindruck des Grabungsareals vermitteln, der über klassische Fotografien, Pläne und Berichte weit hinausgeht. Augmented-Reality-Anwendungen bieten darüber hinaus Perspektiven, digitale Inhalte mit der realen Umgebung zu verbinden.
Dieser Bereich befindet sich bei ADW noch in der Entwicklung; ein erster Prototyp ist bereits vorhanden und voll einsatzfähig. Wir sehen in immersiven Technologien großes Potenzial für die zukünftige Vermittlung archäologischer Erkenntnisse und sind offen für Kooperationen, um diese Möglichkeiten gemeinsam weiterzuentwickeln.
Unser Ziel ist es, Archäologie nicht nur wissenschaftlich zu dokumentieren, sondern ihre Ergebnisse so aufzubereiten, dass sie für die Menschen greifbar und spannend bleiben.
Ein Bauvorhaben ist mit vielen Entscheidungen, Kosten und organisatorischen Herausforderungen verbunden. Wenn dann auch noch archäologische Belange berücksichtigt werden müssen, stehen Bauherren oft vor Fragen, mit denen sie zuvor kaum Berührungspunkte hatten. Wir helfen Ihnen dabei, die Situation einzuschätzen, Ihre Möglichkeiten zu verstehen und die notwendigen nächsten Schritte zu planen.
Wichtig: frühzeitig Klarheit schaffen.
Durch unsere fachliche Ausbildung und langjährige Erfahrung in der Archäologie können wir einschätzen, welche archäologischen Maßnahmen auf Ihrem Grundstück erforderlich werden könnten. Dabei unterstützen wir Sie auch im Umgang mit den zuständigen Fachbehörden und vermitteln zwischen den Beteiligten.
Was viele nicht wissen: Nach dem sogenannten Verursacherprinzip können die Kosten für archäologische Maßnahmen in vielen Fällen auch private Bauherren treffen. Gerade deshalb kann es sinnvoll sein, sich bereits vor dem Kauf eines Grundstücks über mögliche archäologische Risiken zu informieren und entsprechende Kosten bei der Bauplanung zu berücksichtigen. So lassen sich unangenehme Überraschungen und vermeidbare Verzögerungen im späteren Bauablauf unter Umständen verhindern.
Was ist auf Ihrem Grundstück zu erwarten?
Denkmalschutzbehörden und archäologische Fachfirmen verfügen über umfangreiche Informationen zu bekannten und vermuteten Bodendenkmälern. Durch die wissenschaftliche Auswertung solcher Daten lassen sich häufig auch Rückschlüsse auf bislang unbekannte archäologische Fundstellen ziehen. So können beispielsweise Erkenntnisse über historische Siedlungen Hinweise auf mögliche Gräberfelder oder weitere archäologische Strukturen in der Umgebung geben.
Eine sichere Aussage darüber, was sich tatsächlich im Boden befindet, ist allerdings oft erst durch weiterführende Untersuchungen möglich, beispielsweise durch Sondagen oder einen qualifizierten Oberbodenabtrag. Bereits im Vorfeld können wir Ihnen jedoch eine fachlich fundierte Einschätzung der archäologischen Situation und der damit verbundenen möglichen Risiken geben.
Dabei gilt: Archäologischer Befund ist nicht gleich archäologischer Befund. Manche Strukturen, etwa Pfostengruben vorgeschichtlicher Siedlungen, lassen sich vergleichsweise zügig dokumentieren. Komplexe Befunde können dagegen deutlich umfangreichere Untersuchungen erfordern. Auch die Lage eines Grundstücks innerhalb eines eingetragenen Bodendenkmals sagt daher allein noch wenig darüber aus, welcher zeitliche und finanzielle Aufwand für Ihr konkretes Bauvorhaben tatsächlich entstehen wird.
Wir stehen Ihnen zur Seite
Wir wissen, dass unerwartete archäologische Auflagen und zusätzliche Kosten für Bauherren eine erhebliche Belastung darstellen können. Besonders wenn Sie lange auf das eigene Haus hingearbeitet und dafür gespart haben, können solche Entwicklungen sehr verunsichernd sein. Wir begegnen dieser Situation mit Verständnis und möchten Ihnen helfen, Ihre Möglichkeiten zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Wir beraten Sie umfassend zu den archäologischen Belangen Ihres Grundstücks. Dazu gehören die Einschätzung möglicher Maßnahmen, Fragen zu Fund- und Eigentumsrechten, mögliche Fördermöglichkeiten sowie die Abwägung unterschiedlicher Vorgehensweisen – vom Oberbodenabtrag über eine archäologische Ausgrabung bis hin zu einer konservatorischen Überdeckung. Auch bei der Kommunikation mit den zuständigen Ämtern und Behörden unterstützen wir Sie.
Von der ersten behördlichen Mitteilung bis zum Baubeginn stehen wir Ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung. Auf Wunsch begleiten wir Sie durch den gesamten Prozess oder übernehmen gezielt einzelne Aufgaben, ganz wie Sie es möchten.
Sie wissen bei uns jederzeit, welche Schritte wir empfehlen, warum sie notwendig sind und welche Möglichkeiten Sie haben. Unser Ziel ist es, Ihnen Sicherheit bei Ihren Entscheidungen zu geben und gemeinsam einen möglichst planbaren Weg durch die archäologischen Anforderungen Ihres Bauvorhabens zu finden.
Anthropologie bedeutet wörtlich „Lehre vom Menschen“. Im archäologischen Kontext beschäftigt sich die biologische Anthropologie unter anderem mit der wissenschaftlichen Untersuchung menschlicher Skelettreste. Die Feldanthropologie umfasst dabei alle Arbeiten, die unmittelbar am Fundort erforderlich sind, um Bestattungen fachgerecht freizulegen, zu dokumentieren und zu bergen.
ADW übernimmt feldanthropologische Arbeiten im Zusammenhang mit archäologischen Untersuchungen von Bestattungen, Gräbern und Friedhöfen. Dabei verbinden wir wissenschaftliche Sorgfalt mit einem verantwortungsvollen und pietätvollen Umgang mit den Verstorbenen.
Wissenschaftliche Anforderungen und besondere Verantwortung
Menschliche Überreste stellen Bauherren und Projektverantwortliche häufig vor besondere Herausforderungen. Einerseits besitzen sie einen hohen wissenschaftlichen Wert und können wichtige Erkenntnisse über frühere Lebensbedingungen, Krankheiten, Ernährung und Bestattungspraktiken liefern. Andererseits erfordert der Umgang mit den Verstorbenen ein besonderes Maß an Sensibilität und Respekt. Hinzu kommen häufig Fragen zu den erforderlichen Maßnahmen, den Kosten und den Auswirkungen auf den Bauablauf.
Eine fachkundige Betreuung und die frühzeitige Abstimmung zwischen Bauherren, archäologischem und anthropologischem Fachpersonal sowie den zuständigen Denkmal- und gegebenenfalls weiteren Behörden sind deshalb besonders wichtig. Unser Ziel ist es, die wissenschaftlichen Anforderungen zuverlässig zu erfüllen und zugleich für einen transparenten, planbaren Ablauf zu sorgen.
Sorgfältige Dokumentation beginnt im Feld
Bei archäologischen Untersuchungen gehen Informationen verloren, sobald menschliche Überreste aus ihrem ursprünglichen Fundzusammenhang entnommen werden. Deshalb ist es entscheidend, die Befundsituation bereits während der Freilegung umfassend zu dokumentieren. Dazu gehören unter anderem die Körperhaltung, die Lage und Orientierung des Skeletts, die Grabkonstruktion sowie räumliche Beziehungen zu weiteren Befunden und Funden.
Auch Details, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, können später von erheblicher wissenschaftlicher Bedeutung sein. Dazu zählen beispielsweise kleine oder besonders empfindliche Knochen, anatomische Besonderheiten, Hinweise auf Verletzungen oder Erkrankungen sowie Materialien, die für weiterführende Untersuchungen relevant sein können.
Während bestimmte Merkmale an gereinigten Knochen im Labor besser beurteilt werden können, lassen sich andere Informationen ausschließlich vor Ort erfassen. Dazu gehören beispielsweise die genaue Fundlage, die Beziehungen zwischen einzelnen Skelettteilen und dem umgebenden Befund sowie der Zustand der Überreste vor ihrer Bergung. Auch die sachgerechte Bergung empfindlicher Bereiche, insbesondere des Schädels, ist wichtig, um das Material für spätere Untersuchungen bestmöglich zu erhalten und spätere Probenentnahmen nicht zu gefährden.
Feldarbeit und Laboranthropologie sinnvoll verbinden
Die besten wissenschaftlichen Ergebnisse entstehen, wenn die feldanthropologische Dokumentation und die spätere anthropologische Untersuchung eng aufeinander abgestimmt sind. In der Praxis können zwischen der Ausgrabung und der wissenschaftlichen Bearbeitung allerdings viele Jahre liegen. Umso wichtiger ist eine sorgfältige, nachvollziehbare und langfristig nutzbare Dokumentation.
Unsere Feldanthropologie schafft die Grundlage dafür, dass auch Fachleute, die bei der Ausgrabung nicht selbst anwesend waren, die Befunde später nachvollziehen und wissenschaftlich bearbeiten können. So bleiben möglichst viele Informationen erhalten – unabhängig davon, wann die weiterführende Untersuchung stattfindet.
Besondere Sensibilität bei historischen und neuzeitlichen Friedhöfen
Ausgrabungen auf ehemaligen Friedhofsflächen sind nicht nur fachlich anspruchsvoll, sondern berühren häufig auch persönliche, gesellschaftliche und religiöse Interessen. Gerade bei jüngeren Bestattungen können noch lebende Angehörige oder Gemeindemitglieder betroffen sein. Bauvorhaben auf ehemaligen Friedhofsarealen werfen deshalb oft verständliche Fragen nach dem Umgang mit den Verstorbenen und der Störung ihrer Totenruhe auf.
Als Auftraggeber stehen hier häufig Kirchengemeinden, Kommunen oder andere Träger in einer besonderen Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit. Eine transparente Kommunikation, ein respektvoller Umgang mit den Überresten und eine gute Abstimmung zwischen allen Beteiligten sind entscheidend, um Vertrauen zu schaffen und den Ablauf des Projekts verantwortungsvoll zu gestalten.
ADW begleitet solche Vorhaben mit fachlicher Kompetenz, diplomatischem Geschick und dem notwendigen Fingerspitzengefühl. Auf Wunsch ermöglichen wir auch Einblicke in unsere Arbeit und erläutern den Beteiligten die erforderlichen Maßnahmen und ihre wissenschaftlichen Hintergründe.
Unser Anspruch ist es, wissenschaftliche Qualität, effiziente Arbeitsabläufe und einen respektvollen Umgang mit den Verstorbenen miteinander zu verbinden. Denn archäologische Arbeit bedeutet für uns nicht nur, Spuren der Vergangenheit zu dokumentieren, sondern auch, den Menschen, von denen diese Spuren stammen, mit Würde zu begegnen.
Wir vertreten deshalb einen offenen und respektvollen Umgang mit dem Thema Tod. Ein Gedanke, der in seiner Schlichtheit viel ausdrückt, findet sich auch in historischen Beinhäusern: Wir sind, was sie waren, und werden, was sie sind.
Archäologische Fragestellungen lassen sich häufig erst im Zusammenspiel verschiedener Fachdisziplinen umfassend beantworten. Deshalb arbeiten wir bei ADW eng mit angrenzenden Wissenschaftsbereichen zusammen und decken diese teilweise bei uns im Betrieb direkt mit ab. Dazu gehören unter anderem die physische Anthropologie, Archäozoologie, Geologie, Baudenkmalpflege und Geschichte.
Darüber hinaus verfügen wir über ein gewachsenes Netzwerk spezialisierter Fachkolleginnen und Fachkollegen, auf deren Expertise wir bei Bedarf schnell und unkompliziert zurückgreifen können. So ermöglichen wir auch weiterführende Untersuchungen, beispielsweise in den Bereichen Geoarchäologie und Paläobotanik sowie Radiokarbondatierungen (C14), Dendrochronologie und alte DNA (aDNA).
Durch diese interdisziplinäre Zusammenarbeit können wir archäologische Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten, Untersuchungsergebnisse sinnvoll miteinander verknüpfen und unseren Auftraggebern auch bei komplexen Anforderungen eine fachlich fundierte Betreuung bieten.
DE
EN 